Der Spieler war nach dieser Erfahrung verständlicherweise mit dem alten Versicherer emotional durch. Vertrauen? Weg.
Wir haben daher frühzeitig geplant und zum Ende der Vorversicherungszeit einen neuen Vertrag bei einem anderen Spezialversicherer abgeschlossen, diesmal mit Hauptsitz in Deutschland.
Der alte Vertrag konnte erst nach Ende des Leistungsfalls gekündigt werden. Das war etwa Mitte Herbst 2024. Gesagt, getan.
Dann kam der nächste Brief des alten Versicherers.
Sinngemäß: Kündigung akzeptiert. Aber die zu viel gezahlte Prämie erstatten wir nicht. Steht so in unseren AVB.
Wir reden hier nicht über Peanuts.
Es ging um einen mittleren fünfstelligen Betrag.
Der Spieler war verständlicherweise nervös. Er fragte mich mehrfach bereits vor der Kündigung:
Tobi, bist du sicher, dass ich das Geld zurückbekomme?
Meine Antwort war jedes Mal klar: Ja. Hundertprozentig.
Ich war mir auch sicher, hatte die AVB des Vorversichers diesbezüglich nicht gelesen. Es erschien mir logisch. War es aber nicht. Mir geht der Arsch auf Grundeis. Ich hatte klar gesagt, dass es kein Problem sei. Ich sah unseren ersten Vermögensschadenhaftpflichtfall auf uns zukommen.
Also wieder zum Anwalt. Ich habe wieder mit Juristen gesprochen, wieder mit anderen Versicherern. Alle sagten dasselbe:
“Die Rechtslage ist eindeutig. Die Prämie muss erstattet werden.”
Der Versicherer weigerte sich trotzdem. Also: Versicherer kontaktiert. Kein Feedback. Klageeinreichung vor dem Landgericht.
Der Versicherer äußerte sich in der Folge schlicht gar nicht. Keine Stellungnahme, keine Reaktion, Fristen verstreichen lassen. Ergebnis:
Der Spieler bekam seine zu viel gezahlte Prämie zurück nebst Zinsen.
Zweiter Schadenfall gewonnen.
Und ja, langsam fragt man sich, ob das System hat. Und wir setzen noch einen drauf.